Hammond C3 Modifikationen

Chop:

Eine Frage, die man sich wohl früher oder später als Organist mit seiner Orgel stellt: Soll ich das Gehäuse umbauen, verändern oder komplett ersetzen? Der Gedanke daran mit der Säge an das Holz zu gehen, hat mich lange davon abgehalten. Nun hat in meinem Fall auch die Praxis gesiegt. Ich hatte Gewisse Vorstellungen, die umgesetzt werden sollten: Die Basspedale müssen funktionieren und die C3 soll aufgebaut möglichst wie eine C3 aussehen.

Gehäuse:

Das hat mich zu dem Entschluss gebracht, die Beine am unteren Ende des Spieltischs abzusägen. Das trennt schon den oberen Teil. Er wird mit Stiften und Verschlüssen von innen wieder auf dem unteren Gestell befestigt. Dieses habe ich auch komplett zerlegbar gestaltet. Ein Ergebnis des Umbaus kann man hier sehen:

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Basspedale:

Die Basspedale, waren etwas komplexer, denn es sind einige Kabel(ca.70), die man da nach unten legen muss. Die Wahl meiner Steckverbinder ist auf das Centronics-System gefallen. Diese Stecker sind robuster als D-Sub und entsprechen meinen Vorstellungen für diese Anwendung. Man kommt mit zwei Steckern(á 36pins) genau hin. Als Kabel habe ich normale Steuerleitungen genommen. Diese Modifikation braucht vor allem eines: Geduld und einen kühlen Kopf. Aber mit dem Schaltplan, dem alten Kabelbaum und einem Durchgangsprüfer kommt man sehr sicher zum Ziel.

Schweller:

Frei nach meinem Entschluss, so wenig wie möglich zu verändern, musste ich mich auch mit dem Schweller und seiner mechanischen Konstruktion auseinandersetzen. Bei vielen Mods wird der Drehkondensator ausgebaut, an das Pedal direkt montiert und dann elektrisch mit einem Kabel verbunden. Ich habe mir eine andere Lösung überlegt: Ich habe den Drehkondensator, sowie den Schweller an ihren Positionen gelassen. Verändert habe ich die Verbindung. Verbunden werden sie nun über einen Seilzug(Bremsseil für Fahrräder). Da die Feder, die oben den Gegendruck liefert darauf ausgerichtet ist die schwere Eisenstange auszugleichen musste ich noch ein paar gewichte unten am Schweller anbringen. Beim Transport hänge ich das Seil vom Schweller ab und hänge es an eine der Schrauben vom Tongenerator. Ein sehr positiver Effekt dieser Art der Schweller-modifikation ist, dass das Spielgefühl exakt das gleiche ist, wie davor.

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Busbarcleaning

Ich habe nach kurzer Zeit festgestellt, dass ich ein merkwürdiges Klick-Geräusch auf den Tasten habe, das immer auftrat, wenn man eine Taste härter angeschlagen hat. Ich dachte vorerst, dass dies an den Schaltern von Percussion und Vibrato liegt, was sich aber als falsch herausgestellt hat. Außerdem hatten einige der Tasten Kontaktschwächen, weshalb ich dann beschlossen habe en ‚Busbarcleaning‘ durchzuführen. Das ärgerliche bei den C3-Modellen ist, dass man wegen der schrägen Seiten die Manuale ablöten muss. Kurz habe ich an dieser Stelle überlegt, ob ich die Kondensatoren vom Generator wechseln soll, habe mich aber dann dagegen entschieden, da ich mit dem Klang des Tongenerators sehr zufrieden war und auch immer noch bin. Ab diesem Punkt ist allerdings alles sehr einfach, das wichtige ist nur: Vorsicht mit den Busbars. Diese sollten auf keinen Fall verbogen werden. Reinigen kann man sie mit einem Stück Stahlwolle und Kontaktspray.

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Wie man hier sieht ist der Busbar schon deutlich abgenutzt. Es gibt die Möglichkeit die Auflagepositionen der Kontakte zu verändern. Dazu hat Hammond an der Rückseite jedes Manuals eine große Messingschraube angebracht, die die Position der Busbars ein wenig verändert. Jedoch gilt auch hier: Vorsicht und genaues Hinsehen ist wichtig um keine Schäden zu verursachen.

Als ich alles zusammengebaut hatte, habe ich festgestellt, dass nicht nur das kratzende Geräusch, bei Erschütterungen der Tastatur weg war, sondern auch ein paar ‚tote‘ Frequenzen wieder gekommen sind. Alles in allem ist das Busbarcleaning bei Instrumenten, die lange gestanden sind und offenbar davor viel benutzt wurden und Kontaktschwächen in der Tastatur haben, sehr zu empfehlen.